Lutea-Hybriden - Beschreibung


Unter dem Begriff Lutea-Hybriden werden Kreuzungen zwischen den Wildarten P. lutea bzw. P. delavayii x Suffruticosa-Sorten zusammengefaßt. Speziell Kreuzungen von P. lutea haben erst dazu geführt, daß die Farbe Gelb Einzug in die Strauchpäonienzüchtung gefunden hat. Obwohl beide Wildarten, P. lutea und P. delavayii, endemisch in China vorkommen, wurden diese nie in der über tausendjährigen Züchtung in China verwandt.

Erst die französischen Züchter Henry und Lemoine waren zu Beginn des letzten Jahrhundert bahnbrechend in dieser Züchtung tätig. Ihre Sorten sind auch heute noch bekannt und in Kultur. Aber auch hier hat der Amerikaner Prof. Arthur Percy Saunders die eigentlichen Meilensteine in der Züchtung gesetzt.

Die französischen Züchter waren die ersten, die diese Wildarten eingekreuzt haben, aber was den Wuchs und die Blütenqualität betrifft hat Saunders Zuchtprogramm deutlich weiter gefasste Ziele gehabt. Dutzende sehr bekannter Sorten aus der Saunders-Züchtung sind heute noch der Beweis dafür. Sein Zuchtprogramm hat es den späteren Züchtern Nassos Daphnis und David Reath es erst ermöglicht, eine eigene Züchtung aufzubauen.

Grundsätzlich sind die Kreuzungshybriden der F1-Genaration von Saunders alle steril, doch per glücklichem Zufall und unzähligen Kreuzungsversuchen ist es Daphnis gelungen einige wenige Korn Saatgut zu erhalten, die dann die Grundlage für spätere Zuchtprogramme waren. Mit der folgende F2-Generation war die Sterilität gebrochen und von nun an bestand die Möglichkeit, auch Pflanzen mit anderen Farben als Gelb- oder Rottönen mit diesem Wildblut zu züchten. Auch die Intersektionellen Hybriden haben im Grunde genommen ihre Wurzeln in dieser Gruppe von Strauchpäonien.

Ohne die Einkreuzung von P. lutea von Lemoine hätte Toichi Ito keinen fertilen Kreuzungspartner (Alice Harding) für die ersten Züchtungen gehabt. Ohne die Weiterentwicklung der Saunderssorten durch Reath wären die bekanntesten Intersektionellen Hybriden des amerikanischen Züchters Anderson nicht entstanden.

Charakteristisch für diese Gruppe ist das meist stark eingeschnittene Laub, die häufig leicht nickenden Blüten und die, wie bei den Rockii-Hybriden, ausgeprägte Neigung zur Seitentriebbildung aus der Basis heraus, sowie erhöhte Widerstandsfähigkiet gegen Botrytis.

Die Lutea-Hybriden sind ebenfalls spät austreibend und blühen in der Regel als letzte in der Gruppe der Baumpäonien, also noch nach den Rockii-Hybriden.
Die bei den einzelnen Sorten angegebenen Blühzeitpunkte sind folgendermaßen zu verstehen:
früh (Anfang bis Mitte Mai)
spät (Ende Mai bis Anfang Juni)

Australische Lutea-Hybriden:
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Delavayi-, Lutea- und Potaninii-Hybriden:
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